Revolution des Bewusstseins

Je mehr sich Identität an Instabilem definiert, desto instabiler ist die Identität.

Unsere Galaxie kreist um ein schwarzes Loch. Die Planeten kreisen um eine stabile Sonne. Ein Elektron kreist um den stabilen Atomkern. Wo liegt das Stabile, die Mitte, im Menschen Da wir das Stabile anscheinend nicht mit unseren Sinnen wahrnehmen können, müssen wir den Weg der Negation gehen und definieren, was es nicht ist. Grundsätzlich lässt sich sagen: je mehr sich Identität an Instabilem definiert, desto instabiler ist die Identität.

Gedanken und Gefühle sind von ihrer Natur her vollkommen instabil, also ungeeignet, uns Halt zu geben und sie kommen nicht aus der Mitte unseres Wesens heraus. Wenn wir jedoch all das Instabile in der Welt beobachten und dabei die bewertenden Gedanken und Gefühle als nicht unserer Mitte erwachsend erleben, kommen wir einem Phänomen näher, was als die wache Stille bezeichnet werden kann. Bertold Brecht hat es so formuliert: „Unsichtbar wird der Wahnsinn, wenn er genügend große Ausmaße angenommen hat.“ Alle Lebewesen auf dieser Welt können in eine wache Stille gehen, mit Ausnahme des Menschen, der zunehmend Angst vor dem zur Ruhe kommen entwickelt und wie ein Getriebener nach Zerstreuung und Ablenkung sucht. Weil er insgeheim weiß, käme er zur Ruhe, würde er erkennen, wie unzulänglich es um sein Inneres bestellt ist.