Panorama

Unser Ansatz für eine neue Sichtweise

Menschen und Meinungen: Die Rolle der Zeit in der Entwicklung

Die Bewusstseinsentwicklung des Menschen setzte mit den ersten Gemeinschaftsformen ein. Seitdem sind verschiedene Entwicklungsebenen entstanden, die sich zunächst langsam über die Jahrtausende hinweg und nunmehr immer schneller entfaltet haben. Nachdem die Menschheit diese Ebenen im Laufe ihrer Geschichte ausgebildet hat, durchläuft jeder Einzelne sie in seinem Leben – bis zu einem gewissen Grad oder auch darüber hinaus.

Dabei kommt es stark auf die äußeren Bedingungen an, wie viel Zeit die Menschen auf den verschiedenen Stufen brauchen bzw. wie lange sie auch bleiben sollen. Denn ist der Rahmen für mehr (noch) nicht gegeben, macht ein Vorstoß keinen Sinn. Jeder Mensch, auch jede Vereinigung, jede Gesellschaft hat ein Recht auf die ihm oder ihr angemessene Zeit für Veränderungen. Konkret bedeutet das zum Beispiel: Wenn man sich nicht abgesichert fühlt, wird man kaum die Energie haben, nach einem besseren, ‚reicheren’ Leben zu streben; wenn man sich nicht für einige Zeit optimieren will, wird man nicht an die Grenzen des materiellen Wohlstands stoßen und sich auf das Gemeinwohl besinnen; wenn man sich nicht als Teil eines egalitären, antihierarchischen, pluralistischen Kollektivs erlebt, wird man kaum das Bedürfnis nach Funktionalität, integrativen Strukturen und offenen Systemen entwickeln usw. Das heißt, unser Umfeld bestimmt unseren Werdegang maßgeblich mit, auch wenn die Möglichkeiten und auch das Grundgefühl und Grundwissen für das Voranschreiten eines jeden Einzelnen in der Welt und somit generell vorhanden bzw. verfügbar sind.

Die rasant schnelle Entwicklung gerade in den letzten 300 Jahren sowie die auseinander driftenden Entwicklungsebenen der Einzelnen haben dazu geführt, dass hier und jetzt ständig verschiedene Denkweisen aufeinanderprallen – so viele, wie noch nie zuvor. Und da sich die meisten Ebenen untereinander nicht anerkennen, auf ihrer Weltsicht als der einzig richtigen beharren, besteht erhebliches Konfliktpotenzial. Vor dem Hintergrund der politischen Lage aktuell in Amerika, aber auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern hat es den Anschein, als erzeuge die Schnelligkeit der einen eine wachsende Angst bei den anderen, die sie nicht nur auf ihrer jeweiligen Ebene ‚erstarren‘, sondern sie gar in die Regression gehen lässt. Während einerseits zunehmend integrierende, ganzheitlichere Denkweisen vertreten werden, entsteht andererseits die Sehnsucht nach klaren Verhältnissen, simplen Antworten und vor allem Halt in einer immer komplexeren Welt.

PAN ist sich bewusst darüber, dass Meinungen stets spezifischen Weltansichten und Wertesystemen entspringen. Zu jeder Zeit auf jeder Stufe existieren andere Vorstellungen über ‚richtig‘ und ‚falsch‘ und keine von ihnen ist ‚richtig‘ oder ‚falsch‘. Jede Verurteilung einzelner Ebenen wäre der erste Schritt in die Aggression. Nur in der Anerkennung des Ganzen, im Agieren und Eingreifen mit Blick auf das Ganze kann der Aggression und der daraus entstehenden Polarisierung entgegengewirkt werden. Daher sollte es in der Politik aus unserer Perspektive weniger darum gehen, Meinungen zu vertreten, als vielmehr darum, eine Haltung zu finden, aus der heraus gemeinsam Lösungen oder Kompromisse für die diversen Belange erdacht werden können. Anstelle eines Ein- und Ausschließens wollen wir ein Synthetisieren, ein Zusammenführen rücken – nur so kann man allen Menschen, allen Ebenen und im übertragenen Sinne jeder Zeit gerecht werden.

Wir möchten daher Menschen gewinnen, die lösungsorientiert und nach einem ethischen Kodex handeln. Um diese Menschen zu finden, sucht PAN gezielt außerhalb von Parteien, denn es sind in Deutschland nur 4 % überhaupt Parteimitglied und es wäre vermessen zu glauben, aus diesen 4 % könnten die am besten geeigneten Politiker*innen destilliert werden. Es gibt viele, die visionäre Ideen haben, eine verantwortungsvolle und nachhaltige Politik machen könnten, sich jedoch nicht mit einer Partei identifizieren. Allein in NRW sind 40 % der Bürgermeister parteilos. Um diese fähigen Menschen in den Land- oder Bundestag einziehen zu lassen und sie gleichzeitig fern von Lobbyismus zu halten, setzt PAN auf die Trennung von Partei und Politiker*innen. Nur so kann das bestehende Potenzial aus unserer Sicht voll ausgeschöpft werden.